Hintergründe, Werte und Tabellen

Hintergründe, Werte und Tabellen

Ich habe in den letzten Monaten sehr viele Anfragen rund um die Mikroskopie erhalten, was mich sehr gefreut hat. Daher möchte ich heute meine Sichtweise schildern, wie es dazu gekommen ist, dass die Mikroskopie eine Art Renaissance erfahren hat.

Vor über 100 Jahren, als Deutschland noch Kolonien in Afrika besaß, da war die Mikroskopie die universale Methode, um Erreger zu entdecken, zu beobachten und zu katalogisieren. Viele berühmte Forscher, denen wir heute Institutsnamen widmen, entdeckten in kürzester Zeit unglaubliche Mengen von Erregern, die heute ganze Mikrobiologiebücher füllen. Hier nur kurz genannt seien Prof. Dr. Robert Koch, Dr. Friedrich Löffler und Dr. Bernhard Nocht. In der Zeit bis zum 1. Weltkrieg galten viele der Wissenschaftler, die mit einem Mikroskop arbeiteten, als die renommiertesten Forscher dieser Welt. Natürlich wurden auch damals Irrtümer aufgedeckt, was das Verständnis über die Biologie der Erreger sehr verbesserte. Der Forschergeist war unerschöpflich und in vielen Ländern der Erde wurden unzählige neue Mikroben entdeckt. Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass um ca. 1830 vor allem die Würmer entdeckt wurden waren, die dann als „Pathogen“, welches man mit dem Mikroskop finden kann, galten. Von da an wurden auch immer mehr Bakterien und Pilzsporen gesichtet. Die meisten der „Mikroben-Entdeckungen“ waren zwischen 1870-1912. Durch die Erkenntnis, dass eine isolierte Mikrobe bei einem Versuchstier dieselben Symptome verursachen muss, wie beim Patienten, sind die ersten Immunitätsuntersuchungen1 im Labor und im Versuchsstall entstanden. Natürlich ist dies eine grobe Beschreibung und im Einzelnen gibt es auch Ausnahmen, bzw. auch Wurmarten, die erst später entdeckt worden sind. Auch die Beurteilung der Blutzellen wurde immer genauer und es entstand ein eigenständiges Fachgebiet (die Hämatologie).

1) Quelle: Kleinste Feinde der Menschheit, Dr. med. und Dr. phil. Gerhard Venzmer, 1943

 

Während und nach dem ersten Weltkrieg traten neuartigere Krankheiten auf, wie das 5-Tage-Fieber2 (Bartonella quintana) und auch die Malaria wurde von den heimkehrenden Soldaten nach Deutschland erneut eingeschleppt. Durch diesen Umstand verdanken wir es, dass man weiterhin am Mikroskop festhielt.

2) Quelle: Das Wolhynische Fieber (1919), Dr. med. Paul Jungmann

 

In diesem Zusammenhang, nämlich mit der Erforschung vom 5-Tage-Fieber Fieber, begann auch erstmalig (um 1919) der Streit um „Pseudospirochäten“, ein Vorwurf der sich zur damaligen Zeit gegen Aufzeichnungen von Prof. Dr. Robert Koch richtete. Doch Robert Koch und Louis Pasteur waren zu dieser Zeit bereits tot und konnten die Mikroskopie nicht mehr verteidigen. In der Zeit vor dem 2. Weltkrieg wollte man dann mehr auf Tests setzten, die man massenhaft durchziehen kann. Man begann immer mehr der Mikroskopie abzuschwören und Labortests zu etablieren. Seit 1906 gab es bereits einen Labortest zur Identifizierung der Syphilis im Blut von Erkrankten, den sogenannten „Wassermann-Test3“, der von August Paul von Wassermann entwickelt wurde.

3) Quelle: The role of the spirochaete in the Wassermann reaction
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2199439/

 

Weitere Tests wurden entwickelt auf der Basis von Immunseren, die man einsetzen konnte um Bindungsreaktionen (Agglutination) auszulösen (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Zwischen 1890 und dem 2. Weltkrieg blühte das „wissenschaftliche Geschäft“ mit Immunseren. Immunseren und Antitoxinseren wurden nicht nur zur Diagnostik eingesetzt, sondern auch zur Bekämpfung von Infektionserkrankungen immer wichtiger. Dr. K. Shiga entdeckte 1897 den Dysenteriebacillus4 und entwickelte sehr bald ein Serum gegen die epidemische Ruhr in Deutschland.

Auch Dr. Emil von Behring4 fand ein Heilserum gegen Diphterie, weshalb er 1901 den ersten Nobelpreis für Physiologie/Medizin erhielt. Ruhm und Ehe wurden den damaligen Wissenschaftlern zuteil. Zum ersten Mal in der Geschichte konnten Ärzte durch die Entwicklung neuer Technologien sehr viel Geld verdienen.

4) Quelle: Gesammelte Arbeiten zur Immunitätsforschung. Herausgegeben von Proffessor Dr. P. Ehrlich, Geheimer Medicinal-Rath. Berlin 1904.

 

Nach dem 2. Weltkrieg war nicht nur Deutschland verwüstet, auch die Medizin lag am Boden. Die meisten jüdischen Ärzte waren weg und viele weitere Ärzte und Wissenschaftler verloren in den Kriegswirren ihren Arbeitsplatz oder verließen auch zum Teil das Land. Für die hiergebliebenen Wissenschaftler muss es schwierig gewesen sein weiterhin in einem Institut zu arbeiten, weil ich vermute, dass sich erst mal wieder neue Arbeitsstrukturen bilden mussten, bevor man überhaupt wieder Ergebnisse liefern konnte. Auch die Spaltung Deutschlands in Ost und West trennte die Wissenschaftler voneinander.

Nun gab es aber auch einen neuen, alten Feind, der sich immer mehr auszubreiten schien und sehr viel Forschungswesen in Anspruch nahm, nämlich die Krebserkrankung. Die Erforschung der Krebsentstehung führte viele Wissenschaftler mehr in Richtung Zellforschung, als in Richtung Bakteriologie.

Nun suchte man als Wissenschaftler nur noch selten Mikroben mit dem Mikroskop. Doch das ganze hatte einen riesen Nachteil, denn vorher benötigte man einen ganzen Erreger, um ihn auch nachzuweisen und plötzlich reichte nur noch ein Fragment oder eine sogenannte „Immunnarbe“ aus, um jemanden positiv zu testen.

In der heutigen Zeit wird innerhalb Deutschlands sehr viel Geld ausgegeben, um Erreger in Schildzecken zu ermitteln. So gibt es in vielen Städten „Monitoring-Programme5“, wo Zecken in Stadtparks und Wäldern mit Hilfe eines weißen Tuches gesammelt werden und dann die Zecken auf Erreger mit neuesten Nachweismethoden untersucht werden.

5) Quelle: Shifts in Borrelia burgdorferi (s.l.) geno-species infections in Ixodes ricinus over a 10-year surveillance period in the city of Hanover (Germany) and Borrelia miyamotoi-specific Reverse Line Blot detection.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29776377

 

Dabei finden solche Monitoring Programme ausschließlich mit Zecken oder Wald-/Wildtieren6 statt. Dabei werden auch totgefahrene Tiere vom Straßenrand aufgesammelt und auf Zeckenbefall oder auf Erreger, die von Zecken übertragen werden getestet. Doch soweit ich dies überblicke, sind Menschen von solchen Studien ausgeschlossen, so zumindest meine Erkenntnis.

6) Quelle: Role of mustelids in the life-cycle of ixodid ticks and transmission cycles of four tick-borne pathogens. (Niederlande)
https://parasitesandvectors.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13071-018-3126-8

 

So ist es vielleicht auch zu erklären, wieso heutzutage so viele Menschen Zuhause einen Blick ins Mikroskop wagen, um selber Antworten zu erhalten.

Eine der Fragen, die mich seit sehr langer Zeit beschäftigen ist, warum einige der Borrelienstämme nicht zum normalen Standardtest gehören? Wie soll ich es denn verstehen, wenn ich Studien lese aus meiner Region und dort mehrere Stämme vorfinde, die man nachgewiesen hat in Zecken, wo man auch nachgewiesen hat, dass sie humanpathogen sind, aber diese weder am Patienten nachweist, noch dass die normalen Hausärzte ihre Patienten darüber aufklären. Dabei geht es doch dabei nur darum, dass man den Patienten darüber aufklärt, auf welche Stämme er getestet wurde und dass es da aber noch weitere Optionen gibt.

Alleine die Äußerungen von manchen, dass Zecken selten vorkommen, selten Bakterien in sich tragen, angeblich lange saugen müssen und eine Erkrankung mit Erregern gut zu behandeln ist, sorgt, nach meinem Dafürhalten, zu einer viel größeren Gefahr bei, als eine sachliche Aufklärung über das, was die Wissenschaft mittlerweile alles nachgewiesen hat. Hier die Zahlen der Borrelia burgdorferi s.l. -Funde in Schildzecken in Hannover und Hamburg.

Für die Vergrößerung der Bilder bitte immer auf PDF unter dem Bild bzw. den Tabellen klicken. Und für weitere Informationen kann man auch auf die Bilder (Diagramme) klicken.

Ich stelle immer wieder fest, dass die Vorstellung vieler Deutscher so ist, dass man meint, dass Borrelia burgdorferi sensu stricto der häufigste Borrelienstamm in Deutschland sei. Aber auch wenn man diesen Stamm nicht außeracht lassen sollte, so ist dieser Stamm nicht der prominenteste.

Zurzeit sieht es in vielen Städten so aus, dass Borrelia afzelii (ein dermotroper Stamm) immer mehr zurück geht und dafür leider Borrelia garinii (ein neurotroper Stamm) sehr stark zunimmt.

Ein weiterer Neuroborreliose-Keim ist Borrelia valaisiana

Quelle: Borrelia valaisiana in Cerebrospinal Fluid; 2004 Sep; 10(9): 1692–1693. doi:  10.3201/eid1009.030439 PMCID: PMC3320289

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3320289/

Auszug aus dem Text: „Bericht über den genetischen Nachweis von B. valaisiana im Liquor eines 61-jährigen Mannes mit einer spastischen Paraparese in der Anamnese, bei der es sich um einen starken klinischen Nachweis einer fortgeschrittenen Neuroborreliose handelt. Die Symptome waren vor allem: Schwierigkeiten beim Gehen (begannen etwa 10 Jahre früher mit einem langsam fortschreitenden Verlauf der Neuroborreliose). Seine Krankengeschichte zeigte 1982 eine nicht identifizierte sexuell übertragbare Krankheit, eine undefinierte Episode der Arthritis in den unteren Gliedmaßen im Jahr 1990 und einen unspezifischen Ausschlag in den Genitalien im Jahr 1995. Der Patient lebte von 1961 bis 1997 in Südafrika und besuchte die Insel Thassos im Norden Griechenland jedes Jahr. Die neurologische Untersuchung zeigte eine intensive pyramidale Spastik in den unteren Extremitäten und eine mäßige Schwäche (Medical Research Council Grad 3) der proximalen Muskeln. Serielle Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns zeigte kleine Hyperintensitäten im periventrikulären Bereich auf T2-gewichteten Bildern. Die MRT des Rückenmarks zeigte keine Auffälligkeiten.

Multiple Sklerose, B12-Mangel, humane T-Zell-lymphotrophe Virus-1-Infektion, strukturelle entzündliche Läsionen des Rückenmarks, Motoneuron-Krankheit und erbliche spastische Paraplegie wurden ausgeschlossen. Der Patient wurde mit intravenösem Penicillin G sowie mit Kortikosteroiden behandelt, es wurde jedoch keine klinische Besserung erzielt. Die Geschlechtskrankheiten waren negativ und alle Tests auf Syphilis im Cerebrospinal Fluid waren negativ. (…)

Dieser Bericht ist der erste genetische Nachweis von B. valaisiana im Liquor, der eine mögliche Assoziation dieser Genospezies mit einer Krankheit beim Menschen anzeigt.“

Diza u.a., 2004

 

Wiederum hört man auch immer noch, dass Zecken in Norddeutschland „ungefährlich“ seien, wo selbst der Norddeutsche-Rundfunk vor 5 Jahren in der Sendung „Visite“ gesagt hat, dass die Behandlungsfälle mit Borreliose in Norddeutschland steigen würden.

Prozent Behandlungsfälle Borreliose, 2014
Prozent Behandlungsfälle Borreliose, 2014

 

„Wer suchet, der findet!“

Umso mehr Tests es auf Bakterien in Zecken gibt, desto mehr wird auch gefunden. So ist meiner Meinung nach noch gar kein Ende in Sicht und es wird vielleicht noch den ein oder anderen wundern, wie viele Bakterien noch ans Tageslicht kommen werden.

Quelle: Shifts in Borrelia burgdorferi (s.l.) geno-species infections in Ixodes ricinus over a 10-year surveillance period in the city of Hanover (Germany) and Borrelia miyamotoi-specific Reverse Line Blot detection.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29776377

 

Borrelia miyamotoi ist ein humaner Erreger und gehört zu den „Rekurrenz-Spirochäten“ (Borrelien, die das Rückfallfieber auslösen). B. miyamotoi befällt das zentrale Nervensystem ähnlich B. burgdorferi-induzierten Lyme-Neuroborreliose.

Quellen:
Borrelia miyamotoi-Associated Neuroborreliosis in Immunocompromised Person. Boden K., Volker Fingerle u.a.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27533748
Meningoencephalitis from Borrelia miyamotoi in an immunocompromised patient. Gugliotta JL, Goethert HK, Berardi VP, Telford SR 3rd.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23323900

 

So lange wir aber die Ergebnisse nutzen könnten und uns an „Infektionsschutz“ halten und an auch mal gucken, wie man vor über 100 Jahren mit neuen Infektionen umgegangen ist und sie behandelt hat, dann könnte man auch viel Gutes aus dieser Forschung ziehen, aber momentan erklären mir diese Ergebnisse nur, wieso so viele Menschen immer kränker und kränker werden. Es werden sich vielleicht irgendwann daraus neue Testsysteme entwickeln, doch ich sehe nicht, dass sie hieraus neue Heilmittel ergeben werden.

Rickettsia helvetica in Patient with Meningitis, Sweden, 2006

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3322002/

 

So hatten wenigstens noch die alten Wissenschaftler, wie z.B. Prof. Dr. Paul Ehrlich durch die Immunitätsforschung und daraus folgende Bindungsreaktionen, zum einen eine diagnostische, aber auch einen sich daraus ergebenden Behandlungsansatz.

In der heutigen Welt wird aber die Diagnostik immer mehr auf Gentests gestützt, so dass meine Befürchtung ist, dass es irgendwann eher um genetische Dispositionen geht, als um Behandlung des Individuums.

 

Vielleicht ist auch meine Wahrnehmung diesbezüglich getrübt, denn ich ziehe durch meinen eigenen Krankheitsweg natürlich genau die Menschen an, die ein ähnliches Schicksal teilen. Daher habe ich vielleicht auch eine nicht ganz stimmige Wahrnehmung über die Gesamtbevölkerung, aber was ich weiß ist, dass es sehr viele Menschen in Deutschland und einigen anderen Ländern gibt, die schwere neurologische Symptome aufweisen und sehr viel Zeit im Bett verbringen, ohne zu wissen, was ihnen eigentlich fehlt. Auch wenn die Begründung mit der „Psycho-Somatischen-Störung“ in gewissen Fachkreisen sehr akzeptiert zu sein scheint, so verstehe ich aber nicht, wie es dann sein kann, dass es doch aber als bewiesen gilt, dass wir verschiedenen neurotropen Bakterien ausgesetzt sein können, aber auf diese dann nicht getestet wird. Was bringt einem dann eine Krankenversicherung, wenn sie an alten Vorstellungen festhält?

 

Wie kann es überhaupt sein, dass sich vor ca. 200 Jahren nur die wenigsten vorstellen konnten, dass eine Mikrobe eine Krankheit verursachen kann, dann aber mit Millionen Übertragungsversuchen auf arme Labortiere das Gegenteil nachgewiesen worden ist und nun stehen wir erneut an einem Punkt, wo viele sich nicht vorstellen wollen oder können, dass Bakterien und Protozoen Krankheiten auslösen können.

Quellen:
https://d-nb.info/1080828028/34
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29776377

 

Wie kann man z.B. eine Anaplasmose in der Humanmedizin ignorieren, wo hingegen in der Tiermedizin beim Hund das sehr ernst genommen wird?

Die Anaplasmose verbreitet sich relativ gleichmäßig und kontinuierlich aus, sie wird auch durch Zecken übertragen.

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21919727
https://d-nb.info/1030521646/34
https://d-nb.info/1080828028/34

 

Wieso wird die Bevölkerung darüber nicht aufgeklärt, wenn neue Borrelienstämme, wie Borrelia miyamotoi und Borrelia bissettii sich immer mehr ausbreiten?

Quelle:
Borrelia bissettii humanpathogen: Lyme Disease-An Unusual Cause of a Mitral Valve Endocarditis.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30560244
Shifts in Borrelia burgdorferi (s.l.) geno-species infections in Ixodes ricinus over a 10-year surveillance period in the city of Hanover (Germany) and Borrelia miyamotoi-specific Reverse Line Blot detection.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29776377
Prävalenz von Borrelia burgdorferi sensu lato, Anaplasma phagocytophilum und Rickettsia spp.in Zecken aus dem Stadtgebiet Hamburg
https://d-nb.info/1080828028/34

 

 

Die ausgewählten Tests zeigen jetzt schon mind. 7 Borrelien-Stämme in Hamburg an.

Quelle: Prävalenz von Borrelia burgdorferi sensu lato, Anaplasma phagocytophilum und Rickettsia spp.in Zecken aus dem Stadtgebiet Hamburg
https://d-nb.info/1080828028/34

 

Denn man fragt sich ja allen Ernstes, wieso man nicht einfach Informationen über übliche Medien bekommt und anstelle dessen muss man sich erst stundenlang durch englische Veröffentlichungen aus Deutschland quälen. Was ja schon alleine völliger Unsinn ist, denn schließlich betrifft es ja die Menschen im eigenen Land.

 

Ich glaube, dass es viele wahrheitssuchende Menschen gibt und viele erkennen auch den wunderbaren Nutzen den ein Mikroskop erbringen kann, denn das Mikroskop lügt nicht. Das einzige Problem, welches wir Menschen mit dem Mikroskop haben ist unsere recht „menschliche“ Interpretation einiger Dinge und Objekte. Hier bedarf es häufig biologischer Gesetzmäßigkeiten im Verständnis und nicht so sehr eine „Krieg, Kampf oder Niederlage“-Interpretation oder einer „Gut und Böse“-Einteilung. Da müssen wir oft lernen, dass alles einen tieferen Grund besitzt und vieles nicht an der Oberfläche auf dem Präsentierteller liegt. Wenn wir alles als Ökosystem begreifen, dann hilft uns häufig die Natur bei der Erklärung, wie man sich von Schwermetallen oder zu vielen unliebsamen Gästen befreien kann.

 

Ich beende diesen Artikel mit den Worten von Paul Ehrlich:

„Der erste Weg ist der, dass man, practisch-therapeutische Ziele im Auge, auf die Gewinnung einzelner bestimmter heilkräftiger Sera mit aller Energie ausgeht; der zweite Weg besteht darin, dass man in das Wesen der Immunitätsvorgänge tiefer einzudringen und so die allgemeinen Principien aufzufinden sucht, welche ihrerseits die Basis für den so nöthigen practischen Fortschritt abgeben.“

Quelle: Gesammelte Arbeiten zur Immunitätsforschung. Herausgegeben von Proffessor Dr. P. Ehrlich, Geheimer Medicinal-Rath. Berlin 1904. Vorwort

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